Andrea Stieldorf
Die Siegel bürgerlicher Frauen in rheinischen Städten
GiK 48 (2001), S. 45–85

Abstract:

Nach zögerlichen Anfängen bald nach 1280 und einem weiteren Anstieg nach 1320 werden die Siegel bürgerlicher Frauen seit etwa 1390 häufig gebraucht. Dies gilt vor allem für Köln und betrifft zum größten Teil Frauen der städtischen Oberschichten und seit dem 15. Jh. auch Mitglieder der oberen Mittelschicht. Die Siegel erweisen diese Frauen als in eigenem Recht handelnde Personen; daß sich unter den Sieglerinnen bürgerlichen Standes fast ausschließlich Witwen fanden, belegt einmal mehr die Bedeutung der Vormundschaft des Ehemannes. Bei den Siegeln handelt es sich überwiegend um Wappensiegel und Hausmarken, wobei das Wappen bzw. die Hausmarke des Ehemannes bevorzugt gewählt wird. Die Siegelumschriften nennen gleichfalls häufiger den Namen des Ehemannes als den des Vaters.

From slow beginnings soon after 1280 and an increase after 1320 seals of bourgeois women were frequently used since 1390. Above all this applies to Cologne, refers for the most part to women of the urban upper classes, and since the 15th century also to members of the upper middle class. The seals indicate these women as persons acting on own right. But it proves once again the importance of the hausband’s guardianship that under the women having used seals widows were found nearly exclusive. The vast majority of the seals were heraldic ones (Wappensiegel) and familiy signs (Hausmarken), prefering those of the husband. The heraldic mottos also mention more often the husband’s than the father’s name.