Roland Erlen
Zwangssterilisation in der Rheinischen
Fürsorgeerziehung
GiK 48 (2001), S. 135153
Abstract:
Mit dem »Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses« begannen die Nationalsozialisten ihre rassenhygienischen Vorstellungen umzusetzen. Die rheinische Fürsorgeerziehungsbehörde nutzte das Gesetz zur Ausgrenzung schwererziehbarer Jugendlicher, indem sie Schwererziehbarkeit mit Erbkrankheit gleichsetzte, allerdings nur rein soziale Merkmale beurteilte. Dabei war sie darauf bedacht, ihre Mitwirkung an den Zwangssterilisationen vor Zöglingen, Eltern und Öffentlichkeit möglichst zu verschleiern.
By the »Law for the prevention of genetically harmed offspring« the National Socialists started to translate their ideas into action. The rhenish welfare educational authority used the law to exclude maladjusted children by identifying them as genetically harmed. In fact the distinctive marks were social. The authority tried to hide its involvement in the compulsory sterilisations from children, parents and public.