Hendrik Meurs
Köln und der Rhein – eine Rekonstruktion ihrer mittelalterlich geprägten Topografien anhand historischen Materials
GiK 54 (2007), S. 61–93.

Abstract:

Die exakte, nachvollziehbar und überprüfbar rekonstruierte Topografie des Flussbettes und der Stadt bei Stromkilometer 688 (Kölner Pegel) für den Zeitraum von 1342 bis 1782 macht es möglich, aus den bekannten Höhen der Scheitelwellen eines Hochwassers die entsprechenden Spitzenabflüsse zu berechnen. Wesentliche Grundlagen der Rekonstruktion sind historische Darstellungen, schriftliche Quellen, Bodenprofilanalysen sowie Rückschlüsse aus der wirtschaftlichen und räumlichen Entwicklung Kölns. Die präzise Berechnung von historischen Hochwassern macht aktuelle Risiken nachvollziehbarer. Deshalb ist die Rekonstruktion über das stadtgeschichtliche Interesse und die für die Hydrologie interessante quantitative Bestimmung historischer Hochwasser hinaus von konkreter Relevanz für Versicherungen und Flussanwohner. Die vorgestellte Methode bietet sich insbesondere dort an, wo die Erstellung von Bodenprofilen nicht möglich ist. Sie eröffnet zugleich der Historischen Geografie die Perspektive, eine topografische Rekonstruktion für das gesamte Stadtgebiet vorzunehmen.