Matthias Herbers
Die »inszenierte Befreiung«.
Die Kölner Befreiungsfeiern von 1926
GiK 54 (2007), S. 167–195
Abstract:
Der Aufsatz erläutert die Räumung der von den Briten
besetzt gehaltenen Kölner Zone im Februar 1926. Diese war mit mehreren
aufwendigen ›Befreiungsfeiern‹ verbunden. Die Feiern waren inszenierte Feste,
in denen sich durch visuelle Präsentationen, Kundgebungen und literarische
Produkte das Selbstverständnis der Stadt und der Rheinprovinz widerspiegelte.
Inhaltlich greift der Aufsatz drei Aspekte der Kölner Befreiungsfeiern auf. Zum
einen werden die Orte und die damit verbundene Symbolik der Feiern analysiert.
Weiterhin widmet sich der Aufsatz der Auseinandersetzung um die Beflaggung
Kölns. Zum dritten wird die Rolle Paul von Hindenburgs als ›charismatische‹ Führungsgestalt
im Kontext der Befreiungsfeiern erörtert. These des Aufsatzes ist, dass es die
Feste einerseits für einen kurzen Zeitraum schafften, die Instabilität der politischen
Kultur der Weimarer Republik zu überwinden, andererseits aber auch die Fragilität
und die Friktionen des politischen Systems aufzeigten.