Barbara Rinn
Die »Kölner Decke« – ein bis in die Niederlande exportierter Stuckbestseller der Barockzeit
GiK 55 (2008), S. 37–37.

Abstract:

Die »Kölner Decke« gehört zu den Dekorationsformen, über die wir bis heute wenig wissen, obwohl sie in Köln allgemein bekannt ist. Zunächst ist sie eine besondere Dekorationsform aus Stuckmaterial auf Kalkbasis. Dieses Material unterscheidet sich von dem bekannten Stuckmaterial auf Gipsbasis. Um 1595 in Köln eingeführt, wurde die Stuckdecke in Köln zwischen 1630 und 1700 ein Bestseller in der Zeit des Barock. Mehr als 150 Jahre wurde die Decke von Kölner Stuckateuren hergestellt. Der Aufsatz führt diese besondere Deckenform ein und leitet zu der Frage, wer diese Stuckateure waren und wie diese Dekoration hergestellt wurde. Im Mittelpunkt stehen dabei deren Entwicklung hinsichtlich der Formen und Motive. Unter den besonderen Bedingungen, die in Köln für die Handwerker dieser Decken galten, ist es nicht verwunderlich, dass diese Dekoration über die Stadtgrenzen hinaus exportiert wurde. Zu nennen sind Beispiele zwischen Bischofsheim nahe Frankfurt am Main im Süden und Malgarten nahe Osnabrück im Norden. Sie datieren meist aus dem Ende des 17. Jahrhunderts oder der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Folgerichtig ist ein kürzlich entdecktes Beispiel in Utrecht/Niederlande ein früher »Export«, welcher schon aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammt. Darin sind die Motive teilweise übertragen in holländische Formen der Deckenkonstruktionen. Dennoch zeigt sie allgemein die enge Verbindung zwischen Köln und den Niederlanden.