Tanja Bettge
Die
Reklamestrategie der Gebrüder Stollwerck AG im Ersten Weltkrieg
GiK 55 (2008), S. 137–164.
Abstract:
Ausgangspunkt des Aufsatzes sind die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Ersten Weltkriegs. Neben Rohstoffbeschaffung und Produktion war auch die Werbung von den Einschränkungen dieser Zeit betroffen. Im ersten Kriegsjahr war die Auftragslage gut, offensiv warb Stollwerck um Aufträge, setzte die Reklame in Bezug zum Kriegsgeschehen und nutzte so die anfängliche Kriegsbegeisterung, um den Umsatz zu steigern. Seit 1916 wurden die Rohstoffe immer knapper; die Schokoladeindustrie produzierte kaum noch für den zivilen Bedarf. Planmäßige Werbung war letztlich nicht mehr notwendig. Auch Stollwerck platzierte Reklame nur noch sparsam und zurückhaltend, denn Konnotationen zum Kriegsgeschehen wirkten angesichts der schlechten Versorgungslage und schwierigen militärischen Situation auf die Menschen nicht mehr mitreißend. Die Reklamestrategie des Unternehmens beruhte auch in den Kriegsjahren darauf, gesellschaftliche Stimmungen in kaufmännische Vorteile umzusetzen. Der Erfolg spiegelt sich in den Reingewinnen der Gesellschaft: 1915 verbuchte Stollwerck den höchsten Ertrag seit Gründung der AG 1902.