Christoph Rass/Jens Lohmeier/René Rohrkamp
Wenn ein Ort zum Schlachtfeld wird –
Zur Geschichte des Hürtgenwaldes als Schauplatz massenhaften Tötens und Sterbens seit 1944

GiK 56 (2009), S. 267–332.

Abstract:

Die Schlacht im Hürtgenwald, die von Mitte September 1944 bis Mitte Februar 1945 in undurchdringlich erscheinenden Wäldern tobte, war eine der längsten und blutigsten Grenzschlachten des Zweiten Weltkrieges. Am Ende der Schlacht stand das Schlachtfeld Hürtgenwald: Es dient als exemplarisches Beispiel, um das Verständnis von Schlachtfeldern über den engeren militärhistorischen Kontext hinaus zu erweitern. Der praktische und mentale Umgang mit diesem Ort massenhaften Tötens und Sterbens nach dem Ende der Kämpfe steht im Mittelpunkt der Untersuchung: das Bergen der Toten, die Trauerarbeit, die Anlage von Soldatenfriedhöfen in Vossenack und Hürtgenwald sowie dezentraler Gedenkstätten, die Entwicklung einer institutionalisierten Gedenkkultur, von Tourismus und Geschichtspolitik. Neben diesen Handlungsfeldern und ihren – teils zweifelhaften – Akteursgruppen bilanziert der Aufsatz neue, moderne Angebote, die nach vielen Jahren einer relativen Gleichförmigkeit im Umgang mit dem sich zunehmend historisierenden Schlachtfeld Hürtgenwald, vielfältige neue thematische Zugänge zum Schlachtfeld Hürtgenwald anbieten, die sich an den neuen Bedürfnissen der Region orientieren.